Pflegemodell

Wir orientieren uns an dem Pflegemodell von Monika Krohwinkel.

Krohwinkel geht davon aus, dass Pflege darauf abzielen sollte, Unabhängigkeit und Wohlbefinden der pflegebedürftigen Person und ihrer Angehörigen zu unterstützen bzw. deren Wiedererlangen fördern. 

Dieses Modell ist in erster Linie personenbezogen, fähigkeits- und förderorientiert. Da wir es gerade bei Kindern und Jugendlichen als enorm wichtig ansehen, Fähigkeiten zu fördern und vorhandene Ressourcen auszubauen, arbeiten wir nach diesem Pflegemodell. Nur wenn wir als Pflegefachkräfte stellvertretend die Verantwortung für die Entwicklung der Fähigkeiten übernehmen und so Defizite ausgleichen, können wir maximale Unabhängigkeit fördern und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.

Rahmenmodell

Unser Rahmenmodell beschreibt Interesse, Ziel und Handlungsschwerpunkte unserer Pflege.

Das primäre pflegerische Interesse richtet sich an den Fähigkeiten, Bedürfnissen und Problemen des pflegebedürftigen Kindes/Jugendlichen aus. Wichtige Einflussfaktoren sind dabei:

  • Lebens- und Entwicklungsprozess
  • Umgebung und Lebensverhältnisse
  • Gesundheits- und Krankheitsprozesse
  • Diagnostik und Therapie

Hierbei legen wir besonderen Wert auf eine enge Zusammenarbeit und gute Kommunikation mit allen an der Pflege beteiligten Stellen.

Das primäre pflegerische Ziel ist das Erhalten/Erlangen/Wiederherstellen von Fähigkeiten, Wohlbefinden, Unabhängigkeit und Lebensqualität. Für uns bedeutet das: die Fähigkeiten der Kinder und ihrer Bezugspersonen gezielt und systematisch zu erfassen, zu unterstützen und zu fördern.

Die primären pflegerischen Hilfeleistungen umfassen 5 Methoden, die wir ziel- und bedürfnisorientiert anwenden:

  1. HANDELN FÜR das pflegebedürftige Kind und seine Familie
  2. FÜHREN & LEITEN
  3. UNTERSTÜTZEN
  4. BERATEN & SCHULEN
  5. SCHAFFEN EINER POSITIVEN & FÖRDERLICHEN UMGEBUNG

Pflegeprozessmodell

Um ein einheitliches Vorgehen sicherzustellen, werden die Regelungen für den Pflegeprozess im Rahmen unseres Qualitätsmanagementsystems verbindlich festgelegt und dokumentiert. Hierbei dient uns das Pflegeprozessmodell nach Monika Krohwinkel als Leitlinie.


Der Pflegeprozess ist ein Zyklus und besteht aus vier Phasen, die sich gegenseitig beeinflussen:


Erhebung

Informationssammlung (beim Patienten, Angehörigen, früheren Pflegefachkräften), Pflegeanamnese, Biografie

Planung

Gegenüberstellung von Problemen und Reccourcen.
Erstellung einer detaillierten Pflegeplanung

Auswertung

Durchführung von Pflegevisiten und Audits, Evaluation durch einen Ist-Soll-Vergleich, Feedbackgespräche, ggf. Anpassung des Pflegeprozesses

Durchführung

kreative Umsetzung der Pflegeplanung
Unsere Pflege orientiert sich also am kontinuierlichen Verbesserungsprozess und seinen vier Phasen (Plan, Do, Check, Act). In jeder Phase werden standardisierte Dokumentationsformulare verwendet, die von den Qualitätsbeauftragten regelmäßig auf Eignung, Vollständigkeit und Aktualität überprüft werden.

Managementmodell

Im Pflegeprozess wirken alle an der Pflege beteiligten Personen mit. In einer ganzheitlich orientierten Prozesspflege liegen die pflegerischen Hauptaufgaben und Verantwortungen in den Bereichen direkte Pflege, Pflegedokumentation und pflegerische Arbeitsorganisation. Unsere Fachkräfte erfassen den Bedarf in diesen drei Bereichen und haben die Entscheidungs-, Durchführungs- und Evaluations-verantwortung bei den pflegerischen Aufgaben, Methoden und Ressourcen zur Pflege.


In der direkten Pflege erfragen oder beobachten wir Fähigkeiten, Bedürfnisse oder Probleme, um mit den Kindern und ihren Familien zielführend zu kommunizieren, sie zu unterstützen, anzuleiten, zu beraten und zu begleiten, oder in ihrem Sinne zu handeln.


In der Pflegedokumentation und -organisation werden Informationen gesammelt, Prozess und Maßnahmen strukturiert geplant und beschrieben, die Durchführung nachgewiesen, der Erfolg evaluiert und als Konsequenz gegebenenfalls der Pflegeprozess angepasst. Hierbei ist es wichtig zu kommunizieren – mündlich sowie schriftlich – und die Verantwortungen aller Personen, die an der Pflege beteiligt sind, klar zu verteilen und zu benennen. 


Unsere Vorstellung von interdisziplinärer Teamarbeit umfasst, dass in medizinischer Diagnostik und Therapie mit verschiedenen Ansprechpartnern kooperiert und die Zusammenarbeit koordiniert wird. Durch die enge Zusammenarbeit und Kommunikation mit Ärzten, Therapeuten und externen Dienstleistern erweitern wir die Informationssammlung stetig, stimmen Pflege und Therapie besser mit dem angestrebten „normalen“ Tagesablauf ab und unterstützen uns gegenseitig. Unser Ziel ist dabei ganz klar: die größtmögliche Lebensqualität für alle Beteiligten. Zu den wichtigsten Eckpfeilern gehören deshalb unsere regelmäßigen interdisziplinären Teamsitzungen.

Qualitäts-entwicklungsmodell

Eine stetige Qualitätsentwicklung unserer Pflege erreichen wir durch regelmäßige Fortbildung und Weiterentwicklung unserer Pflegefachkräfte sowie durch ständige Evaluation der Pflegemaßnahmen, -prozesse und Pflegesituationen in Form von Pflegevisiten, Teamsitzungen und Qualitätszirkeln (Modell zum reflektierenden Erfahrungslernen). Auf Basis dieser Reflexion und der Erfahrungen der an der Pflege beteiligten Personen, erarbeiten wir neue Maßnahmen und Vorgehensweisen, erproben sie und evaluieren sie erneut.

Pflegesystem

Wir identifizieren uns mit der Sichtweise Krohwinkels und sehen Kontinuität als vorrangigen Faktor in der Qualitätsentwicklung. Deshalb arbeitet unser Pflegedienst nach dem System der Bezugspflege. 



Im Rahmen der personellen Möglichkeiten werden Dienstpläne so gestaltet, dass jedes pflegebedürftige Kind/Jugendlicher speziell zugeordnete Pflegefachkräfte erhält – für eine kontinuierliche, individuelle und umfassende Betreuung. Das fördert den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen dem pflegebedürftigen Kind/Jugendlichen, dessen Angehörigen und der Pflegefachkraft. Dadurch wird die allgemeine Pflegesituation für alle Beteiligten beträchtlich verbessert.

Die Vorteile der Bezugspflege sind:

Verantwortung

  • umfassende Übertragung der Verantwortung über 24 Stunden für die Pflege eines pflegebedürftigen Kindes/Jugendlichen an die Pflegefachkraft
  • Pflegedienstleitung entscheidet und verantwortet die Ausgestaltung der individuellen Pflege gemeinsam mit der Pflegefachkraft
  • genaue Stellenbeschreibungen notwendig
  • 
Pflegefachkraft trägt die unmittelbare patientenbezogene Verantwortung
  • 
Pflegedienstleitung trägt die Verantwortung für Mitarbeiterführung, Organisation des Pflegedienstes und Qualitätsentwicklung im Pflegedienst

Kontinuität der Pflege

  • Kontinuität erfordert die Orientierung aller organisatorischen Rahmenbedingungen am Interesse des Pflegebedürftigen
  • 
Pflegefachkraft muss kontinuierlich im Dienst sein, wenn sie ihre Aufgaben sinnvoll wahrnehmen soll
  • Dienstpläne werden an die Struktur der pflegebedürftigen Kinder/Jugendlichen angepasst ? Struktur der Kinder?

Direkte Kommunikation

  • Die Pflegefachkraft übernimmt die Absprachen und Koordination bezüglich der Pflege und Behandlung ihrer Patienten
  • Sie spricht sich sowohl mit den anderen Pflegenden als auch mit Ärzten und anderen an der Versorgung Beteiligten ab
  • Erfordert ausgeprägte kommunikative Kompetenzen und die Fähigkeit zur teamorientierten Arbeit und Kommunikation

 
Pflegefachkräfte können auch AnsprechpartnerInnen für Dienstleister außerhalb der Einrichtung werden, z.B. stationäre Einrichtungen, Therapeuten etc.


Unsere Ziele sind dabei:

  • klare Zuständigkeiten in der Pflege
  • klare Kommunikationswege
  • hohe Kontinuität der Versorgung des jeweiligen Pflegebedürftigen
  • Autonomie der direkt mit dem Pflegebedürftigen arbeitenden Pflegenden
  • gesteigerte Zufriedenheit der pflegebedürftigen Kinder/Jugendlichen, Angehörigen- und Mitarbeiter

Finanzierung

Im Regelfall wird die ambulante Pflege von der gesetzlichen Krankenkasse, Pflegekasse oder dem Sozialamt getragen. Voraussetzung hierfür ist eine ärztliche Verordnung für die häusliche Pflege. Unabhängig davon gibt es auch die Möglichkeit, die Sonnenblümchen-Pflege privat in Anspruch zu nehmen. Bei Fragen zu unseren Leistungen oder Finanzierungsmöglichkeiten beraten wir jederzeit gern alle Interessierten – persönlich oder telefonisch.

Finanzierung durch die Krankenkasse:

  • Gebührenvereinbarung für Leistungen der häuslichen Krankenpflege (z.B. Inhalation, Magensonde legen, Verbandswechsel etc.)
  • Einzelfallentscheidung bei zeitintensiver Behandlungspflege (z.B. Heimbeatmung, Sterbebegleitung, parenterale Ernährung etc.)

Finanzierung durch die Pflegekasse:

  • Grundpflege (z.B. Ganzkörperwäsche, Hilfe bei der Nahrungsaufnahme, Begleitung bei Aktivitäten etc.)
  • Verhinderungspflege
  • Entlastungspflege
  • Kurzurlaub

Unsere Partner

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